Workshop "Analyse qualitativer Interviews: Hermeneutische und kategorisierende Verfahren in der sozialwissenschaftlichen Textanalyse"

Rekonstruktive Forschung hat sich als anerkannter Methodenzweig empirischer Sozialforschung etabliert. In diesem Zusammenhang haben sich in Hinblick auf rekonstruktive Analyseverfahren zwar umfangreiche methodologische Reflexionen entwickelt, es bestehen aber in Hinblick auf die praktische Aneignung und Erlernbarkeit qualitativer Analysemethoden noch erhebliche Defizite.

Hier setzt der vorliegende Workshop an, indem er vor dem Hintergrund einer integrativen texthermeneutischen Analysemethode die methodischen Regeln rekonstruktiver Analyse praktisch und anschaulich vermittelt.

Das Ziel des Workshops besteht darin, dass sich die Teilnehmenden grundlegend darin qualifizieren, eigene qualitative Forschungsmaterialien (Interviews, Texte, Dokumente) auszuwerten, und dass die Teilnehmenden in Analyseübungen unter methodologischer Anleitung Textanalyseerfahrung sammeln.

Der Workshop umfasst zu Beginn kurze theoretische Inputs zum Problem und zur methodischen Kontrolle des Fremdverstehens innerhalb von Interpretationsprozessen. Darauf aufbauend wird ein integratives texthermeneutisches Analyseverfahren vorgestellt, das vor dem Hintergrund des Prinzips der „bottom-up“-gesteuerten Datenzentrierung seinen Fokus auf die Analyse von sprachlich-kommunikativen Phänomenen setzt, und auf diese Weise unterschiedliche Analyseverfahren zu integrieren vermag, wie die klassische Texthermeneutik, die Diskursanalyse, die Metaphernanalyse, die Gesprächsanalyse, die Positioninganalyse, die Dokumentarische Methode und die Inhaltsanalyse. Auf diese Weise werden auch punktuelle Bezüge zu anderen Auswertungsmethodiken hergestellt. Zudem werden auch kategorisierende (inhaltsanalytische) Vorgehensweisen reflektiert und in ein Verhältnis gesetzt. Im Anschluss daran wechseln sich Textanalyseübungen und weitere methodologische Inputs zu verschiedenen Thematiken (siehe Veranstaltungsprogramm) ab.

Das Konzept des Workshops sieht somit insbesondere vor, dass die Teilnehmenden Gelegenheit dazu bekommen, an eigenen Textmaterialien zu arbeiten. Hierfür wird darum gebeten, dass diejenigen Teilnehmer/innen (max. 4-5 möglich), die in den insgesamt vier zur Verfügung stehenden Praxiseinheiten eigene Materialien in den Workshop einbringen möchten, diese rechtzeitig dem Veranstalter per e-Mail zukommen lassen.