Workshop "Von der Forschungsfragestellung zum Gesprächsleitfaden: Entwicklung von Leitfäden für qualitative Interviews"

In der Forschungspraxis qualitativer Interviewforschung hat sich das Leitfadeninterview weitgehend durchgesetzt: Das Leitfadeninterview gibt es allerdings nicht, denn ganz unterschiedliche Interviewformen und -varianten werden mit Gesprächsleitfäden durchgeführt. Zwar haben sich bezüglich verschiedener Interviewverfahren umfangreichere methodologische Reflexionen entwickelt. Es bestehen aber noch methodische Defizite in Hinblick darauf, sich die Kompetenz, qualitative Interviewleitfäden zu entwickeln, welche die „Qualität qualitativer Daten“ (Helfferich) gewährleisten, auch praktisch anzueignen.

Hier setzt der vorliegende Workshop an, indem er auf der Basis eines teilnarrativen Interviewleitfadenmodells (das sich auch für Experteninterviews nutzen lässt) sowie vor dem Hintergrund der theoretischen und praktischen Reflexion qualitativer Interviews als komplexe kommunikative Situation, die Interviewleitfäden berücksichtigen müssen, die Entwicklungsanforderungen an Gesprächsleitfäden anschaulich und praxisorientiert vermittelt. Hierzu steht im Mittelpunkt, dass sich die Teilnehmenden mit ihren konkreten Forschungsprojekten oder Vorhaben einbringen, um die Probleme und Fragestellungen der Entwicklung verschiedener Forschungsfragestellungen und darauf dann aufbauend der Entwicklung von Gesprächsleitfäden zur Ausgangsbasis für weitere Reflexionen und Übungen zu machen.

Eingebettet in methodologische Grundüberlegungen und praktische Übungen sollen in insgesamt vier Einheiten an Forschungsfragestellungen und Gesprächsleitfäden zu Forschungsprojekten der Teilnehmenden in Kleinarbeitsgruppen (à 4 Personen) gearbeitet werden. Die konkreten Ergebnisse werden nach Möglichkeit im Plenum kurz nachbesprochen bzw. die Erfahrungen des Arbeitsprozesses gemeinsam bewertet.

Das Ziel des Workshops ist, dass die Teilnehmenden an Ihren eigenen Forschungsfragestellungen arbeiten und die grundsätzliche Kompetenz erlangen oder vertiefen, methodologisch fundierte Interviewleitfäden zu entwickeln.

Aufgrund der TeilnehmerInnenanzahl (max. 16 - 20) und der Anzahl der Kleingruppeneinheiten (4 Einheiten à 4-5 Kleingruppen à 4 Personen) ist es somit möglich, dass alle Teilnehmenden in den Kleingruppen an den eigenen Projekten arbeiten können.

Einzige Voraussetzung für die Teilnahme an dem Workshop ist damit, ein eigenes Forschungsvorhaben umsetzen zu wollen in nächster Zeit, das jedoch noch nicht spezifisch festgelegt sein muss auf der Ebene eines konkreten Arbeitstitels.